Workshops

 Das Begleitprogramm des Projekts KafkART. Intermediale Begegnungen setzte sich aus zahlreichen Veranstaltungen für SchülerInnen und Studierende zusammen. Es wurden ein Fotografie-Workshop für Studierende, ein Kreativ-Workshop für SchülerInnen, der aus zwei Teilen – einem Kafka-Workshop in deutscher Sprache und einer Animationswerkstatt –

bestand, und ein Video-Workshop für Studierende der kunstwissenschaftlichen Fakultät der VDU angeboten.

Der erste kreative Workshop Franz Kafka und die Fotografie (25.10.2011), geleitet von Dr. Tomas Pabedinskas und Lina Užukauskaitė, lud Studierende dazu ein, Kafka und zentrale Themen seines Werkes in der Stadt Kaunas mit der Kamera in der Hand zu entdecken. Das Ziel des Workshops war es, den TeilnehmerInnen dank der Synthese von Literatur und Fotografie die Möglichkeit einer neuen und authentischen Annäherung an das Werk Kafkas anzubieten. Aufbauend auf eine Besprechung zuvor ausgewählter Workshopthemen und zugehöriger Texte Franz Kafkas stand eine dreistündige Phase selbstständiger Kreativ-Arbeit im Mittelpunkt des Workshops. Anschließend wurden höchst individuelle Fotoergebnisse der Studierenden präsentiert, die mit Preisen ausgezeichnet und auf der Projekt-Webseite veröffentlicht wurden. Der Student Ignas Venslavičius aus der kunstwissenschaftlichen Fakultät der VDU, der eine philosophisch-fotografische Reflexion über menschliche Existenz nach Die Bäume von Franz Kafka schuf, erhielt den ersten Platz.

Der zweite kreative Workshop, bestehend aus zwei Teilen (25. und 28.10.2011), richtete sich an die SchülerInnen, die Deutsch als erste Fremdsprache lernen. Teilnehmer waren zwölf SchülerInnen des Darius und Girenas-Gymnasiums in Kaunas, die unter der Leitung von Dr. Antje Johanning anhand von kurzen Erzählungen und Parabeln zentrale Themen des kafkaschen Werks erarbeiteten. Anschließend wurden in Gruppenarbeit die beiden Texte Gib’s auf! und Der Steuermann kreativ in Form von Standbildern interpretiert. Diese Arbeit mit den Texten und Bildern diente als Vorbereitung auf eine kreative Animationswerkstatt (Leitung: Mindaugas Gelūnas). Während der Animationswerkstatt entstanden zwei auf den beiden Texten Kafkas basierende Animationen. Die eine Gruppe malte verschiedene Bildersequenzen mit dem Steuermann, einem Boot samt Figuren und Insekten. Mithilfe des Stop-Motion-Verfahrens wurden die Bewegungsabläufe dieses künstlerischen Prozesses vom Gruppenleiter mit der Kamera festgehalten. Ein entsprechendes Verfahren wurde bei der zweiten Gruppe benutzt, die jedoch nicht Filzstifte und eine Tafel, sondern Knete und Karton für ihre künstlerische Tätigkeit wählte. Diese Gruppe gestaltete mehrere Figuren, eine Uhr und Hochhäuser und verwendete Sprechblasen für ihre Animation. So entstand sogar eine neue litauische Übersetzung des Kafkaschen Textes Gib’s auf!. Der Werkstattleiter setzte etwa 250 Fotosequenzen zu zwei kurzen lebendigen und humorvollen Animationsfilmen zusammen, die auf der Webseite des Projektes zu sehen sind. Zum Schluss der Animationswerkstatt erhielten die SchülerInnen von der Vertreterin des Litauischen Bildungs- und Wissenschaftsministeriums Vilija Sipaitė Teilnahmebescheinigungen und kleine Erinnerungsgeschenke überreicht.

Dank des Video-Workshops Vom Text zur Leinwand (07.11.2011, Leitung: Dr. Rimantas Plungė, Remigijus Venckus), dessen Ziel die Suche und Entwicklung von nicht-tradierten Formen der Auseinandersetzung mit Kafka und seinem Werk war, haben 14 Studierende der kunstwissenschaftlichen Fakultät der VDU überaus originelle Arbeiten kreiert. Drei Tage lang (24.-26.11.2011) konnten die Besucher in ungewöhnlichen Ausstellungsräumen der Fakultät Animationen, Installationen und Performances betrachten, die alle von Kafka inspiriert waren. Diese Präsentationsveranstaltung trug den Titel Postkafka, der ebenfalls die nicht-gewohnten Methoden des Textlesens und die andersartige Rezeption von Kunst betonte.